Kfz Versicherung kündigen

Man sollte meinen, die Deutschen wären echte Sparfüchse. Geht es jedoch um die Versicherung ihres liebsten Stückes, scheinen viele Fahrzeughalter einfach zu viel Geld übrig zu haben. Obwohl mittlerweile hinlänglich bekannt sein dürfte, dass die Versicherung für das eigene Fahrzeug jedes Jahr zum 30. November – und darüber hinaus in einigen Sonderfällen sofort – gekündigt werden kann, tun dies immer noch die wenigsten Fahrzeugbesitzer.

Vielleicht liegt es an der Bequemlichkeit, schließlich braucht man sich um eine Autoversicherung, die einmal abgeschlossen wurde, in der Regel nicht mehr zu kümmern. Die Beträge werden regelmäßig vom Konto abgebucht, der Fahrzeughalter kann sich entspannt zurücklehnen. Dass er damit allerdings viel Geld verschwendet, dieser Umstand ist den meisten wohl nicht klar. Dabei ist es heute einfacher denn je, die alte und teure Autoversicherung zu kündigen und sich eine günstigere neue Police zuzulegen.

In welchen Fällen Sie Ihre bestehende Autoversicherung sofort kündigen können, und was sonst bei einem Wechsel des Versicherers zu beachten ist, all das haben wir hier praxisgerecht und übersichtlich für Sie zusammengestellt.

Wann kann die KFZ Versicherung gekündigt werden?

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Kfz-Versicherung zwischen einer ordentlichen und einer außerordentlichen Kündigung. Die außerordentliche Kündigung wird auch oft als Sonderkündigung bezeichnet. Eine solche außerordentliche Kündigung unterliegt ganz speziellen Regularien und sollte daher gründlich vorbereitet werden.

Doch zunächst zur ordentlichen Kündigung einer Autoversicherung. In Deutschland hat sich eingebürgert, dass Kfz-Versicherungen jeweils für ein Kalenderjahr abgeschlossen werden, wobei dieses Jahr in der Regel am 1. Januar beginnt und am 31. Dezember endet. Die Kündigungsfrist beträgt bei allen Versicherungen einen Monat, das bedeutet, die Kündigung muss dem Versicherer bis zum 30. November vorliegen, ansonsten verlängert sich die Versicherung um ein weiteres Jahr.

In der Regel wird eine ordentliche Kündigung durchgeführt, um sich einen anderen, günstigeren Versicherer zu suchen und bei diesem eine neue Autoversicherung abzuschließen. Man sollte sich daher angewöhnen, jedes Jahr im Herbst die aktuellen Angebote der verschiedenen Versicherungsgesellschaften miteinander zu vergleichen, um die für die persönlichen Voraussetzungen und Bedürfnisse günstigste Autoversicherung zu finden. Kommt dieses Angebot von einer anderen als der bestehenden Versicherungsgesellschaft, ist ein Wechsel anzuraten.

Sie müssen in diesem Fall also selbst kündigen. Dazu reicht ein formloses Schreiben ohne Angabe von Gründen an Ihren bestehenden Versicherer, das Sie der Sicherheit wegen möglichst als Einschreiben verschicken sollten.

Kommen wir nun zu der bereits angesprochenen außerordentlichen Kündigung einer Autoversicherung. Diese kann grundsätzlich aus drei verschiedenen Gründen erfolgen: nach Eintritt eines Schadensfalls, nach einer Beitragserhöhung oder im Falle des Wegfalls des versicherten Risikos. Hier einige detaillierte Informationen zu den drei Kündigungsgründen:

1. Kündigung nach Eintritt eines Schadensfalls

Für jeden Schadenfall im Rahmen einer Kfz-Versicherung ist ein Sonderkündigungsrecht vorgesehen. Dabei ist es völlig egal, ob die Regulierung des Schadens ohne Probleme über die Bühne gegangen ist, das heißt, der Versicherte seinen Schaden komplett von der Versicherung ersetzt bekommen hat, oder diese die Regulierung des Schadens abgelehnt hat. Die bestehende Police kann in jedem Fall gekündigt werden. Die diesbezüglichen Fristen betragen in der Regel zwischen zwei Wochen und einem Monat nach Bearbeitungsschluss des Schadens.

Es muss also relativ schnell ein neuer Versicherer gefunden werden, da der Versicherungsschutz sofort mit der Kündigung erlischt.

2. Kündigung nach einer Beitragserhöhung

Die deutsche Gesetzgebung sieht vor, dass dem Kunden nach jeder Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht zusteht. Sie müssen sich also mit einer Beitragserhöhung Ihres Kfz-Versicherers grundsätzlich nicht einverstanden erklären, sondern können sich nach Wunsch einen anderen Versicherer suchen. Dabei gilt: die Kündigungsfrist beträgt genau einen Monat nach Zugang der neuen Beitragsrechnung, beziehungsweise der Information über die Beitragserhöhung. Sie müssen also auch in diesem Fall Ihre Versicherung selbst kündigen, idealerweise in schriftlicher Form, per Post-Einschreiben verschickt.

Übrigens: Das Sonderkündigungsrecht bei einer Beitragserhöhung gilt nicht nur für diesen expliziten Fall. Das gleiche Recht haben Sie, wenn Vertragsbedingungen oder die Versicherungsklassen (Typ- beziehungsweise Regionalklassen) geändert werden.

3. Kündigung nach Wegfall des versicherten Risikos

Diese Beschreibung mag sich für manchen Versicherten zunächst verwirrend anhören. Dabei ist es im Grunde ganz einfach: Ein Wegfall des versicherten Risikos bedeutet schlichtweg, dass der Versicherte sein Fahrzeug verkauft oder abmeldet. Es ist also kein Gegenstand mehr da, der versichert werden muss. In diesem Fall – und nur in diesem! – muss die Autoversicherung nicht selbstständig vom Versicherten gekündigt werden. Es reicht aus, wenn dieser die entsprechende Mitteilung über den Verkauf des Fahrzeugs an seine Versicherung schickt. Im Falle einer Abmeldung sollte eine Kopie der Abmeldebescheinigung, die von der Zulassungsstelle ausgestellt wird, an den Versicherer gesendet werden. Damit endet die Versicherung automatisch.

Anschließend wird in der Regel ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug erworben, das dann zugelassen werden soll. In diesem Fall muss der Halter eine neue Autoversicherung abschließen, dies kann entweder bei der alten Versicherungsgesellschaft geschehen, oder man sucht sich einen neuen Versicherer. Die meisten bevorzugen Letzteres, da es hinsichtlich des organisatorischen Aufwands kaum einen Unterschied macht, ob man die neue Versicherung wieder bei der alten Gesellschaft abschließt oder sich einen neuen Partner sucht.

Wie läuft die Kündigung mit anschließendem Wechsel der Autoversicherung ab?

Die Voraussetzungen für einen Wechsel der Autoversicherung wurden im Rahmen dieses Ratgeber bereits beschrieben. Doch wie läuft der Wechsel nun genau in der Praxis ab? Dazu nachfolgend die wichtigsten Informationen, Tipps und Tricks.

1. Ist eine Kündigung zum jetzigen Zeitpunkt möglich?

Bevor man die notwendigen Formalitäten zum Wechsel der Autoversicherung in Angriff nehmen kann, sollte zunächst abgeklärt werden, ob ein Wechsel zum aktuellen Zeitpunkt überhaupt möglich ist. Die genauen Wechselmöglichkeiten wurden bereits in den vorigen Artikeln beschrieben. Sie können also wechseln, wenn Sie:

– die Versicherung regulär zum Ende des Jahres kündigen möchten

– einen akuten Schadensfall vorliegen haben, dessen Bearbeitungsschluss noch nicht länger als einen Monat zurückliegt.

– der Versicherer Ihnen mitgeteilt hat, dass Tarife, Vertragsbedingungen oder Versicherungsklassen geändert werden.

Liegt einer dieser Fälle bei Ihnen vor, können Sie Ihren Autoversicherer sofort beziehungsweise innerhalb der angegebenen Frist wechseln.

2. Auswahl des neuen Versicherers

Es steht nun also fest: die Autoversicherung kann gekündigt werden. Bevor jedoch übereilt eine neue Police abgeschlossen wird, sollte man zunächst die Angebote der verschiedenen Versicherer ausführlich untereinander vergleichen. Am einfachsten geht das mit einem Vergleichsrechner beziehungsweise Tarifrechner im Internet. Als Versicherter kann man unmöglich von Hand die Angebote von mehr als 100 verschiedenen Versicherungsgesellschaften miteinander vergleichen, zumal diese sich hinsichtlich ihres Leistungsumfangs und der individuellen Versicherungsbedingungen und Leistungsmerkmale teils sehr deutlich voneinander unterscheiden.

Ein Tarifrechner berücksichtigt all diese Individualfaktoren und teilt Ihnen schnell und einfach mit, welche Versicherungsgesellschaft das günstigste Angebot für Ihre konkrete Situation bereithält. Dazu müssen Sie lediglich einige persönliche Angaben sowie Informationen zum Fahrzeug in das vorgefertigte Formular eingeben, fertig! Nach wenigen Sekunden haben Sie eine übersichtliche Auflistung der verschiedenen Angebote der Versicherer auf Ihrem Bildschirm.

3. Der eigentliche Versicherungswechsel

Nachdem Sie Ihren zukünftigen Wunschversicherer gefunden haben, können Sie daran gehen, den Versicherungswechsel durchzuführen. Dazu müssen Sie zunächst Ihre aktuelle Kfz-Versicherung kündigen, falls diese nicht automatisch – z. B. durch einen Fahrzeugverkauf oder  -wechsel – endet. Setzen Sie also ein Kündigungsschreiben auf und versenden Sie dieses nach Möglichkeit per Einschreiben mit Rückschein an den Versicherer. Achten Sie darauf, dass genügend Zeit bleibt, damit die Kündigung fristgerecht bei Ihrem Versicherer eingehen kann. Die Postlaufzeiten müssen dabei also mit eingerechnet werden. Nach ein paar Tagen werden Sie die Bestätigung der Kündigung von Ihrem Versicherer erhalten. Darin ist auch das genaue Datum vermerkt, wann der Versicherungsschutz für das Fahrzeug endet. Dieses Datum müssen Sie sich unbedingt merken.

Das Einzige, was nun noch zu tun bleibt, ist der Abschluss der neuen Autoversicherung. Achtung: Damit ein reibungsloser Übergang des Versicherungsschutzes erreicht werden kann, muss der neue Versicherungsschutz genau dann beginnen, wenn der alte Versicherungsschutz abläuft. In der Vergangenheit wurde immer wieder von Experten empfohlen, die alte Versicherung erst dann zu kündigen, wenn die neue bereits ihre Zusage für den Versicherungsvertrag gegeben hat. Damit ist es allerdings relativ schwer, einen reibungslosen Übergang im Versicherungsschutz zu gewährleisten. Da außerdem ein so genannter Kontrahierungszwang zumindest in der Kfz-Haftpflichtversicherung in Deutschland besteht, muss heutzutage eine feste Zusage vom neuen Versicherer in der Regel nicht mehr abgewartet werden. Kontrahierungszwang bedeutet übrigens, dass der Kfz-Haftpflichtversicherer einen neuen Versicherten nicht ablehnen kann, einige ganz gravierende Sonderfälle ausgenommen.

Wichtige Leistungsmerkmale der Autoversicherung

Autoversicherung ist nicht gleich Autoversicherung. Was nützt Ihnen die günstigste Versicherung, wenn anschließend das Leistungsspektrum nicht stimmt, beziehungsweise Sie im Schadensfall auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben? Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, sich bereits vor Abschluss der gewünschten Versicherung über deren wichtigste Leistungsmerkmale umfassend zu informieren.

Welche Leistungsmerkmale das sind und worauf Sie dabei genau achten müssen, das haben wir im Folgenden einmal für Sie zusammengestellt.

Deckungssummen

Ein wichtiges Leistungsmerkmal jeder Autoversicherung ist die Deckungssumme. Dabei handelt es sich um die Summe, welche die Versicherung maximal zur Regulierung eines Schadens aufwendet. Im Versicherungsbereich gibt es in Deutschland laut dem Pflichtversicherungsgesetz vorgeschriebene Deckungssummen, die bei Personenschäden mindestens 7,5 Millionen Euro betragen müssen, bei Sachschäden mindestens 1 Million Euro. Die meisten Kfz-Versicherungen bieten jedoch wesentlich höhere Deckungssummen.

Im Bereich der Kaskoversicherungen sind solche Mindestdeckungssummen allerdings nicht vorgeschrieben. Da diese jedoch lediglich die Schäden am eigenen Fahrzeug beziehungsweise die des Fahrzeughalters regulieren, reichen hier in den meisten Fällen bereits geringere Deckungssummen aus. Trotzdem sollte darauf geachtet werden, dass die Deckungssumme immer noch ausreichend bemessen ist.

Marderbiss und Wildschäden

Bei Schäden, die durch den Biss eines Marders oder den Zusammenprall mit Wild am Fahrzeug entstehen, ergeben sich oft hohe Reparaturkosten. Man mag dabei zunächst annehmen, dass ein Marderbiss an Schläuchen oder Kabeln im Motorraum nichts Gravierendes ist. Schaut man sich jedoch an, welche Folgeschäden dadurch entstehen können, so stellt sich die Sachlage bereits ganz anders dar. Regelmäßig kommt es zu teuren Motor- oder Getriebeschäden, weil beispielsweise Marder Leitungen angefressen haben, wodurch ein schleichender Öl- oder Kühlwasserverlust entsteht. Der Besitzer des Fahrzeugs bemerkt einen solchen Schaden oft erst dann, wenn es bereits zu spät ist.

Damit es gar nicht so weit kommt, sollten insbesondere Halter von Fahrzeugen, die nachts im Freien abgestellt sind – vielleicht sogar in ländlichen Gebieten oder an Ortsrändern – ihre Fahrzeuge regelmäßig auf Beschädigungen durch Marder überprüfen. Zwar ist der Marderbiss in vielen Teilkaskoversicherungen enthalten, allerdings werden dabei in der Regel nur die Schäden reguliert, die der Marder direkt angerichtet hat. Es werden also beispielsweise der Austausch von Kabeln oder Leitungen im Motorraum bezahlt. Nicht mitversichert sind dagegen die Folgeschäden durch den Marderbiss, obwohl diese – wie bereits beschrieben – oftmals wesentlich teurer ausfallen. Aus diesem Grund ist eine regelmäßige Kontrolle des Fahrzeugs so wichtig.

Insbesondere im Frühjahr und Herbst steigt außerdem in Deutschland die Gefahr für Wildschäden. Die meisten Wildunfälle passieren dabei in ländlichen Gegenden beziehungsweise in waldreichen Gebieten in den späten Nachmittagsstunden, wenn die Dämmerung bereits eingesetzt hat. Auch ein solcher Wildschaden kann enorm hohe Folgekosten verursachen. So wird zum Beispiel ein Reh, das von einem Fahrzeug mit 50 km/h Geschwindigkeit erfasst wird, mit dem 25-fachen seines Körpergewichtes auf dieses Fahrzeug aufprallen. So kann ein eigentlich relativ leichtes Tier schnell zum mehrere Tonnen schweren Geschoss werden.

Auch Wildschäden sind in den meisten Teilkaskoversicherungen enthalten. Allerdings wird hierbei der Versicherer in der Regel nur die Schäden am eigenen Fahrzeug regulieren. Außerdem gibt es oftmals Einschränkungen bei der Art des Wildes. In vielen Versicherungsverträgen ist ausschließlich die Regulierung von Wildunfällen mit Haarwild vorgesehen. Dazu zählen beispielsweise Rehe, Hirsche, Füchse oder Wildschweine. Besser ist es jedoch, wenn sämtliche Wildschäden ohne Einschränkung mitversichert sind.

Mallorca-Police

Mit dem Begriff „Mallorca Police“ bezeichnet man eine Zusatzversicherung zur Autoversicherung, die bei der Nutzung eines Mietwagens im Ausland zum Einsatz kommt. Allerdings verwirrt dieser Begriff etwas, schließlich gilt eine solche Zusatzversicherung in sämtlichen Ländern, also nicht nur in Spanien beziehungsweise auf Mallorca.

Wer viel im Ausland mit Mietwagen unterwegs ist, sollte darauf achten, dass in seiner Autoversicherung eine solche Mallorca Police eingeschlossen ist. Der Grund: Bei der Versicherung von Leihwagen im Ausland sind die Versicherungssummen oftmals zu gering bemessen. Bei einem Unfall kam es daher passieren, dass der Mieter des Fahrzeugs – sofern dieser der Unfallverursacher ist – die Differenz zwischen der maximalen Versicherungssumme und der tatsächlichen Schadenssumme aus eigener Tasche bezahlen muss. Durch den Abschluss einer Mallorca Police kann diesem Risiko wirkungsvoll vorgebeugt werden.

Grobe Fahrlässigkeit

Spricht man von „Grober Fahrlässigkeit“, so bezieht sich dies meist auf die KFZ-Kaskoversicherung. Es handelt sich hierbei um Schäden, deren Kosten die Versicherung gar nicht oder nur teilweise übernimmt, weil der Versicherte grob fahrlässig gehandelt hat. Doch auch im Rahmen von Haftpflichtschäden gibt es diesen Tatbestand, hier kann die Versicherung Leistungen zumindest teilweise vom Kunden zurückfordern.

Doch wann ist man grob fahrlässig? Hier einige Beispiele:

– Das Fahrzeug ist bei einem Unfall nicht im ordnungsgemäßen technischen Zustand.

– Das Fahrzeug wird mit steckendem Zündschlüssel und/oder Papieren (Fahrzeugschein/-brief) abgestellt und verlassen.

– Der Fahrer telefoniert während der Fahrt oder ist durch andere Tätigkeiten abgelenkt, wodurch ein von ihm verschuldeter Unfall entsteht.

Die günstigste Autoversicherung finden

Eine günstigere Autoversicherung zu finden und anschließend zu dieser zu wechseln, ist einfacher als die meisten Menschen denken. Es stellt sich also die Frage, warum so viele Fahrzeughalter diese Chance nicht nutzen und damit bares Geld verschenken? Vielleicht liegt es daran, dass ihnen die nötigen Vergleichsmöglichkeiten fehlen, beziehungsweise ein Vergleich der verschiedenen Anbieter zu aufwändig erscheint.

Das muss jedoch nicht sein. Mit einem modernen Vergleichsrechner im Internet lassen sich die Angebote der verschiedenen Versicherungsgesellschaften mit ihren individuellen Tarifen innerhalb weniger Minuten objektiv miteinander vergleichen. Sie sollten jedoch darauf achten, dass der Vergleichsservice unabhängig ist, das heißt, dass keine Versicherungsgesellschaft bevorzugt wird, weil der Vermittler an dieser am meisten verdient. Nur so finden Sie den wirklich günstigsten Versicherer für Ihr Fahrzeug und Ihre persönlichen Voraussetzungen.

Das Ganze läuft in der Praxis äußerst einfach ab. Der Vergleichsrechner bietet ein übersichtliches Formular, in dem alle relevanten Daten und Angaben zu Ihnen und Ihrem Fahrzeug abgefragt werden. Nehmen Sie sich Ihren Fahrzeugschein und eventuell die Police der bestehenden Autoversicherung zur Hand. Damit sollten Sie alle notwendigen Daten bereit haben. Anschließend folgen Sie dem Formular und geben die geforderten Angaben in die einzelnen Felder ein. Nach einem Klick auf „Vergleichen“ erhalten Sie in wenigen Sekunden eine Übersicht der verschiedenen Versicherungsgesellschaften mit ihren Angeboten. Das günstigste Angebot steht dabei an oberster Stelle, die weiteren reihen sich, nach dem Preis sortiert, dahinter ein.

Doch Vorsicht: Auch wenn Ihnen der Vergleichsrechner zuverlässig das günstigste Angebot aufzeigt, sollten Sie sich zunächst die individuellen Bedingungen und Voraussetzungen dazu durchlesen. Nicht immer sind die Angebote der verschiedenen Versicherungsgesellschaften zu 100 Prozent untereinander vergleichbar, dazu sind die Auflagen und Bedingungen jeweils zu unterschiedlich. Es könnte also sein, dass einzelne Angebote mit verschiedenen Einschränkungen und Auflagen verbunden sind. Dies könnte zum Beispiel eine Werkstattbindung sein. Hierbei fordert die Versicherung, dass Sie im Schadensfall Ihr Fahrzeug in einer von ihr vorgegebenen Werkstatt beziehungsweise Werkstattkette reparieren lassen.

Es gibt noch viele weitere solcher Einschränkungen. So sehen einzelne Versicherer vor, dass das Fahrzeug nur von Personen innerhalb festgelegter Altersgrenzen bewegt werden darf oder nachts auf einem abgeschlossen Grundstück bzw. in einer Garage stehen muss. Die meisten dieser Einschränkungen wird der Vergleichsrechner bereits im Formular von Ihnen abfragen. Einige sind jedoch so individuell, dass sie dort nicht berücksichtigt werden können. In diesem Fall sind Sie als Halter gefragt. Nehmen Sie sich die günstigsten angezeigten Angebote zur Hand und studieren Sie jeweils die individuellen Bedingungen. Sortieren Sie anschließend die Angebote aus, die unpassend sind, beziehungsweise nicht zutreffen. So bleiben nur die Offerten übrig, welche für Sie am besten geeignet und trotzdem günstig sind.

Haftpflicht, Teil- oder Vollkasko?

Immer im wieder stellt sich beim Wechseln der Autoversicherung oder bei einem Neuabschluss die Frage, welche Versicherungsform zu bevorzugen ist. Reicht der gesetzlich geforderte Standardschutz durch die Haftpflichtversicherung bereits aus? Oder wäre der zusätzliche Abschluss einer Teil- beziehungsweise Vollkaskoversicherung sinnvoll?

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Es hängt von mehreren Faktoren ab, welche Versicherungsform im Einzelfall anzuraten ist. Dazu nachfolgend ein paar grundlegende Informationen:

Wie bereits angedeutet, ist der Versicherungsschutz durch eine Haftpflichtversicherung für jedes Fahrzeug in Deutschland zwingend erforderlich, das am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen soll. Die Haftpflichtversicherung dient jedoch nicht dazu, den Versicherten beziehungsweise sein Fahrzeug vor den finanziellen Folgen eines Schadens zu schützen, sondern die anderen Verkehrsteilnehmer. Das bedeutet konkret: Die Haftpflichtversicherung reguliert immer nur die Schäden anderer, wenn diese schuldhaft durch den Versicherten verursacht wurden. Zur Regulierung der Schäden am eigenen Fahrzeug ist die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht zuständig.

Aus diesen Fakten ergibt sich bereits der erste Hinweis, in welchen Fällen es sinnvoll ist, lediglich eine Haftpflichtversicherung für das eigene Fahrzeug abzuschließen. Der geforderte Basisschutz reicht immer dann aus, wenn das Fahrzeug eine gewisse Wertgrenze nicht überschreitet, so dass die Versicherungsbeiträge über einen durchschnittlichen Zeitraum gerechnet höher wären, als der Restwert des Fahrzeugs. Es lohnt sich also, den maximal möglichen Schaden am Fahrzeug einmal den Beiträgen für eine Teil- oder Vollkaskoversicherung gegenüberzustellen. Ergibt sich daraus ein Ungleichgewicht, das heißt, der Fahrzeugrestwert steht in keinem Verhältnis zur Höhe der Versicherungsbeiträge, so reicht der Abschluss einer Kfz-Haftpflichtversicherung aus.

Dies gilt übrigens nicht nur für den Fall eines Schadens am eigenen Fahrzeug, sondern beispielsweise auch bei einem Diebstahl. Auch hier spielt es die ausschlaggebende Rolle, wie hoch der Restwert des Fahrzeuges ist und wie hoch auf der anderen Seite die Versicherungsbeiträge für einen zusätzlichen Teil- oder Vollkaskoschutz ausfallen.

Die Teilkaskoversicherung kann optional zum Basisschutz durch die Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden. Sie übernimmt die Kosten beziehungsweise zahlt den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs aus, wenn dieses gestohlen wird oder aus anderen Gründen, wie beispielsweise Vandalismus oder die Einwirkung von Elementarschäden, zum Totalschaden wird. Der Abschluss eines solchen Teilkaskoschutzes lohnt sich in der Regel bei Fahrzeugen in einem Alter von circa fünf bis zehn Jahren. Allerdings sind dies nur Anhaltspunkte, es kommt immer auch auf den Wert des Fahrzeuges, den Erhaltungszustand und einige andere Faktoren an.

Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung bietet schließlich den vollen Rundumschutz. Hier reguliert die Versicherung nicht nur dann den Schaden, wenn das Fahrzeug gestohlen oder durch andere, vom Halter nicht zu beeinflussende Faktoren beschädigt wurde, sondern auch in den Fällen, in denen der Halter selbst Schuld an einem entstandenen Schaden hat. Die Vollkaskoversicherung reguliert den Schaden also auch dann, wenn der Versicherte diesen schuldhaft verursacht hat. Einige Ausnahmen gibt es jedoch: Spielen beim Schadenshergang Alkohol oder Drogen eine Rolle, kann die Versicherung die Regulierung des Schadens am eigenen Fahrzeug ganz oder teilweise verweigert. Der Abschluss einer Vollkaskoversicherung wird in der Regel für Neufahrzeuge und Fahrzeuge, die nicht älter als fünf Jahre sind, empfohlen. Bei höherwertigen Fahrzeugen kann sich diese Grenze allerdings deutlich nach hinten verschieben.

Wann der Abschluss welcher Versicherungsform sinnvoll ist, liegt jedoch immer auch an der persönlichen Betrachtungsweise des Halters. Es hängt also davon ab, welche Versicherungsbeiträge er zu zahlen bereit ist und welche Schadenssumme er im Ernstfall selbst übernehmen kann beziehungsweise möchte.

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